Sprachkurs

Als obligatorischer Auslandsaufenthalt kann auch ein im englischsprachigen Ausland absolvierter Sprachkurs anerkannt werden. Der Kurs muss, wie alle anderen Tätigkeiten, die formalen Vorgaben erfüllen. Die Voraussetzung, im Durchschnitt mindestens 20 Zeitstunden pro Woche einer geregelten Beschäftigung nachzugehen, bedarf bei Sprachkursen besonderer Aufmerksamkeit, da die angebotenen Kurseinheiten oft kürzer als 60 Minuten sind. Um die erforderlichen 120 x 60 Minuten zu erreichen, müssen dann mehr als 20 Kurseinheiten pro Woche belegt werden. Alternativ kann ein Sprachkurs auch mit anderen Tätigkeiten (z.B. einem Praktikum) kombiniert werden, um die Mindestvoraussetzungen zu erreichen. Wird diese Variante gewählt, müssen selbstverständlich alle Tätigkeiten gemäß den formalen Vorgaben nachgewiesen werden.

Da die Regeln für die Anerkennung keine inhaltlichen Einschränkungen vorsehen, ist für die Tauglichkeit zum obligatorischen Auslandsaufenthalt unerheblich, welche Sprache und auf welchem Niveau in dem belegten Kurs unterrichtet wird. Es ist ebenso gut möglich Kurse in anderen Bereichen zu belegen, wie beispielsweise Fotografie oder Improvisationstheater.

Zur Anerkennung bringen Sie bitte neben der Abschlussurkunde (bzw. dem Zeugnis) im Original zusätzliche Informationsmaterialen zum belegten Kurs mit, aus denen die Anzahl und Länge der Kurseinheiten, sowie die Anfangs- und Enddaten des Kurses ersichtlich sind, sofern sich diese Angaben nicht auf dem Zeugnis / der Urkunde befinden.

In der Linkliste der Auslandsberatung finden Sie einige von Studierenden empfohlene Sprachkursanbieter.

Vor- und Nachteile

Bei Sprachkursen wird nahezu alles Organisatorische vom Anbieter des Kurses geregelt. Oft ist es lediglich die Anreise, die der Kunde / die Kundin selbst buchen muss. Das bedeutet eine große Arbeitsersparnis und könnte daher als Vorteil interpretiert werden. Andererseits verpasst man die Chance sich der Herausforderung, einen Auslandsaufenthalt selbst zu organisieren, zu stellen und sie zu meistern.

Die Unterbringung erfolgt in der Regel in einer Gastfamilie oder zusammen mit den anderen Kursteilnehmer/innen in Wohnheimen. Einige Sprachschulen bieten auch ein (meist kostenpflichtiges) Freizeitprogramm. Die Tatsache, dass durch die gemeinsame Klassensituation leicht soziale Kontakte zu den anderen Teilnehmer/innen entstehen, kann eine willkommene Sicherheit sein. Auch hier wiederum ist es jedoch von der anderen Seite betrachtet eine geringere Herausforderung und somit eine geringere Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung.

Ein bedeutender Nachteil von Sprachkursen sind die hohen Kosten. So werden für Kursteilnahme, Organisation und Unterkunft für 6 Wochen selten weniger als 2.000 € berechnet und oft deutlich mehr. Hinzu kommt, dass eine finanzielle Förderung, wie z.B. durch ein Stipendium, normalerweise nicht möglich ist.

Außerdem stellt sich die Frage der Sinnhaftigkeit bzw. des persönlichen und akademischen Nutzens. Ein Sprachkurs wird in der Regel keine authentische Erfahrung des Lebens im Land der Wahl ermöglichen. Vielmehr handelt es sich um ein fertig geschnürtes Dienstleistungspaket, oft speziell für Studierende geschaffen, die im Rahmen ihres Studiums verpflichtend ins Ausland müssen, aber den damit verbundenen Organisationsaufwand scheuen. Wem es bei der Entscheidung für einen Sprachkurs im Ausland in erster Linie um das Erlernen der Sprache geht, der wird hierzulande deutlich günstigere und ebenso nützliche Angebote finden. Neben den zahllosen kostenlosen Ressourcen im Internet seien hier einige (für Studierende ebenfalls kostenfreie) Angebote der RUB genannt: Die Sprachkurse des ZFA , das Tandem-Programm, das Sprachcafé und umfangreiche Literatur und Medien in vielen verschiedenen Sprachen.