Auslandspraktikum

Die Möglichkeiten ein Auslandspraktikum zu absolvieren sind sehr vielfältig. Da für die Anerkennung des Auslandsaufenthalts lediglich die Einhaltung der formalen Kriterien (siehe Anforderungen und Regelungen) entscheidend ist, sind Sie inhaltlich nicht gebunden. Auch in organisatorischer Hinsicht gibt es unterschiedliche Wege zu einer Praktikumsstelle im Ausland. Diese Fülle an verschiedenen Optionen kann zunächst abschrecken. Es ist daher ratsam die Suche zu strukturieren und inhaltlich sowie geographisch zu begrenzen. Dazu finden Sie im Folgenden einige Hinweise und Anregungen.

1. Vor Beginn der Stellensuche

Bevor Sie damit beginnen Stellen zu suchen und Bewerbungen zu verschicken, ist es sinnvoll, wenn Sie für sich die folgenden Fragen beantworten:

  1. Was will ich machen?
  2. Wo will ich hin?
  3. Wann und wie lange will ich ins Ausland?

Zu 1:

Diese Frage meint, in welchem Berufsfeld Sie Ihr Praktikum absolvieren wollen. Wie bei den anderen Fragen auch, ist es hilfreich, wenn Sie diese Frage möglichst genau und konkret beantworten. Zum Beispiel: Die Antwort „im Bereich Medien“ ist ein Anfang, jedoch noch nicht konkret genug. Besser wäre in diesem Fall: Bei einer Zeitung. Selbstverständlich gibt es sehr viele Alternativen, die ebenso interessant sind. In diesem Beispiel etwa: Bei einem Radiosender, einem Fernsehsender, einem Verlag, einer Werbeagentur usw.

Sie sollten sich jedoch zunächst auf eine möglichst genau umrissene ‚Idealvorstellung‘ festlegen, damit Sie gezielt suchen und mit dem Bewerbungsprozess beginnen können. Sie können die Suche im Verlauf immer erweitern, falls Sie z.B. in der Stadt Ihrer Wahl keine Stelle bei einer Zeitung finden.

Zu 2:

Auch hier gilt: Je konkreter desto besser. Wenn Sie beispielsweise bereits wissen, dass Sie gerne nach Irland möchten, ist das gut. Es wäre jedoch besser, Sie legen sich auf eine Stadt fest, um einen greifbaren Anfangspunkt zu haben. Bleiben wir im Beispiel und nehmen an, Sie wollen eine Praktikumsstelle bei einer Zeitung in Dublin finden.

Zu 3:

Zuletzt müssen Sie sich für einen Zeitraum und eine Dauer entscheiden. Da wir hier annehmen, dass Sie sich Ihr Praktikum als obligatorischen Auslandsaufenthalt für Ihr Anglistikstudium anerkennen lassen wollen, beträgt die Mindestdauer 6 Wochen. Wenn Sie planen den Master of Education zu studieren und im Zweitfach keine moderne Fremdsprache belegen, kann es sehr sinnvoll sein die benötigten 12 Wochen am Stück zu absolvieren.

Auch längere Auslandspraktika sind sinnvoll. Die Erfahrung wird umso tiefer und intensiver, je länger Sie im Ausland leben. Außerdem macht ein längeres Praktikum größeren Eindruck bei potentiellen zukünftigen Arbeitgeber/innen. Nicht zuletzt kann zeitliche Flexibilität und die Bereitschaft länger zu bleiben den Bewerbungsprozess erleichtern, da Arbeitgeber/innen oft bevorzugen Praktikant/innen für längere Zeiträume zu beschäftigen.

Hinweis: Da der Auslandsaufenthalt für den M.Ed., im Gegensatz zu den 6 Wochen für den B.A., nicht kreditiert wird, ist es möglich diesen Teil als kreditiertes Praktikum (z.B. Berufsfeldpraktikum) im Optionalbereich anerkennen zu lassen. Weitere Informationen zur Anerkennung von Praktika gibt es im Praktikumsbüro.

2. Stellensuche und Bewerbung

Hier bieten sich Ihnen verschiedene Möglichkeiten. Es gibt Organisationen und Unternehmen (z.B. AIESEC), die Sie damit beauftragen können für Sie eine Praktikumsstelle im Ausland zu suchen. Die Preise für diese Dienstleistung können stark variieren. Es ist daher empfehlenswert, sich im Vorhinein eine verbindliche Aufstellung der Kosten geben zu lassen und Preise und Leistungen verschiedener Anbieter zu vergleichen. Eine Auswahl von Anbietern finden Sie in der Linkliste der Auslandsberatung.

Es gibt Stellen im Ausland, die regelmäßig Praktika an Studierende aus Deutschland vergeben. Die Goethe-Institute sind beispielsweise eine gute Anlaufstelle. Die Praktikumsstellen dort sind in der Regel mit einem DAAD-Stipendium verbunden. Vergleichbar ist das Carlo-Schmid-Programm für Praktika in Internationalen Organisationen und EU-Institutionen.

Einige Universitäten nehmen im Rahmen fester Programme deutsche Studierende als Fremdsprachenassistent/innen auf. Auch wenn ein solches Programm an der Universität Ihrer Wahl nicht ausgeschrieben ist, kann es sich lohnen initiativ eine Anfrage zu stellen.

Von Seiten des Englischen Seminars besteht Kontakt zu einigen Schulen im englischsprachigen Ausland, die regelmäßig Praktika an Studierende der RUB vergeben. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an ................

Im Internet finden sich zahlreiche Stellenbörsen, die teilweise speziell auf Auslandspraktika ausgelegt sind. Oft sind diese auch thematisch auf einen bestimmten Bereich festgelegt wie beispielsweise WOOF – eine Organisation, die Praktika an ökologischen Bauernhöfen in der ganzen Welt vermittelt. Auf den Seiten des DAAD finden sich hilfreiche Tipps zu Praktikumsbörsen weltweit. Weitere Praktikums- und Stellenbörsen sind in der Linkliste der Auslandsberatung aufgeführt. Auch auf den Seiten des International Office gibt es hilfreiche Ressourcen für die Praktikumssuche.

Wenn Sie keine ausgeschriebenen Stellen im Bereich Ihrer Wahl finden, können Sie Initiativbewerbungen verschicken. Hierbei müssen Sie davon ausgehen, dass die meisten Unternehmen, die keine Praktikumsstellen ausschreiben, auch nicht damit planen Praktikant/innen einzustellen. Es kann also sein, dass Sie auf einen Großteil Ihrer Bewerbungen keine oder nur negative Antworten erhalten. Lassen Sie sich hiervon nicht entmutigen. Stattdessen empfiehlt es sich, Ihr Anschreiben so zu formulieren, dass Sie je nach Stelle nur geringfügige Änderungen vornehmen müssen. So können Sie mit möglichst geringem Aufwand eine große Zahl von Bewerbungen versenden.

Generell gilt: Ob Sie sich initiativ bewerben oder auf eine ausgeschriebene Stelle, in jedem Fall müssen Sie ein ordentliches Anschreiben auf Englisch formulieren. Hierzu gibt es diverse Anleitungen und Hilfen im Internet: Zum Beispiel dieses Angebot der Ludwig-Maximilians-Universität München.

3. Finanzielle Förderung

Ein studienrelevantes Auslandspraktikum kann durch ein Stipendium gefördert werden. In manchen Fällen ist die  Bewerbung auf ein Stipendium mit der Praktikumsbewerbung verbunden, wie im oben erwähnten Carlo-Schmid-Programm. Ähnliche Stipendienprogramme lassen sich über die DAAD-Stipendiendatenbank finden. Eine nützliche Auflistung verschiedener Stipendienmöglichkeiten findet sich außerdem hier.

Ist keine finanzielle Förderung mit Ihrem Praktikum verbunden, können Sie sich eigenständig auf ein ERASMUS (für EU-Mitgliedsstaaten) - bzw. PROMOS (für Staaten außerhalb der EU) -Stipendium bewerben. Wenn Sie den Links folgen, erhalten Sie detaillierte Informationen zum jeweiligen Stipendium und zur Bewerbung. Unbedingt beachten sollten Sie, dass die Mindestdauer für ein ERASMUS-Praktikum 60 Tage beträgt und dass die Bewerbungsunterlagen spätestens einen Monat vor Praktikumsbeginn vollständig beim International Office eingegangen sein müssen.

Für studienrelevante Auslandspraktika ab einer Mindestdauer von 12 Wochen kann außerdem Auslandsbafög beantragt werden. Der Antrag auf Auslandsbafög sollte idealerweise sechs Monate vor Beginn des Praktikums gestellt werden. Je nach zuständiger Stelle kann es sich hierbei sogar um eine Ausschlussfrist handeln! Informieren Sie sich also frühzeitig und stellen Sie gegebenenfalls einen formlosen Antrag zur Fristwahrung.